Rahmenprogramm zur Ausstellung »Die 50er Jahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien«
Begleitend zur Ausstellung »Die 50er Jahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien« finden folgende Veranstaltungen zum Thema »Die Literatur der 50er Jahre in Wien« im MUSA statt:
Mi, 11. November 2009, 19.00 Uhr
Vortrag Michael Rohrwasser: Die österreichische Literatur und der Kalte Krieg
Moderation: Klaus Kastberger
Berlin hatte den Kalten Krieg, Wien hatte die Avantgarde, aber so einfach war es nicht. Auch auf die Wiener Gruppe und auf die junge Nachkriegsliteratur fällt der Schatten des Kalten Kriegs, nur wurde er in Literaturgeschichten manchmal wieder wegretuschiert. Auch Österreich hatte seine »Kalten Krieger«, und darunter so sperrige wie große und manchmal vergessene Autoren: Milo Dor, Reinhard Federmann, Hans Habe, Arthur Koestler, Robert Neumann, Willi Schlamm, Manès Sperber, Hilde Spiel oder Friedrich Torberg. (Michael Rohrwasser)
Do, 19. November 2009, 19.00 Uhr
Alexander Strobele liest Andreas Okopenkos Texte aus den 50er Jahren und über sie
Moderation: Klaus Kastberger
Immer wieder wurde für die Modernen halbernst die Zwangsjacke oder das Fallbeil und ganz ernst ein Veröffentlichungsverbot durch elastische Verwendung des Begriffs »Schmutz und Schund« gefordert. Es gab Bilderstürme, Krawalle und Prozesse. […] James Gordon (Morning News, Wien) hatte schon am 18. Jänner 1947 geschrieben: »A surrealist in Vienna must feel as lonely und misplaced as an Eskimo in Darkest Africa.« (Andreas Okopenko: Die schwierigen Anfänge österreichischer Progressivliteratur nach 1945)
Mi, 2. Dezember 2009, 19.00 Uhr
»Die andere Erzähltradition. Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus in der Literatur der 50er Jahre«.
Lesung: Alexander Strobele
Textzusammenstellung, Moderation: Evelyne Polt-Heinzl
Die Literargeschichte sieht die 1950er Jahre als lange Startbahn für die verdrängte Avantgarde rund um die »Wiener Gruppe«, während die dominante erzählende Literatur der verkrusteten Nachkriegsrestauration zugeordnet wird. Bis heute übersehen wurden dabei all jene Romane, die thematisch nicht in die Ideologie des Wiederaufbaus passten und daher schon bei Erscheinen allenfalls einen Achtungserfolg erzielten. Diese »andere« Erzähltradition, die unmittelbar nach 1945 einsetzte und sich den Schrecken der NS-Herrschaft stellte, wird mit Beispielen von Martina Wied, Oskar Jan Tauschinski, Hannelore Valencak oder Jeannie Ebner zur Wiederentdeckung und Neubewertung vorgestellt.
Mi, 16. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Podium: „Die Literatur der 50er Jahre in Wien“ mit Alexandra Millner, Daniela Strigl, Friedrich Achleitner und Franz Schuh
Moderation: Klaus Kastberger
Konzept: Klaus Kastberger





