Andreas Werner | come in under the shadow of this red rock

Somewhere over the rainbow
Die Landschaft als Motiv in der bildenden Kunst hat eine lange Tradition. Seit der Antike und bis heute spielt sie nicht nur im Westen, sondern auch in Teilen Ostasiens eine gewichtige Rolle. Durchwegs scheint mit ihr die Verbildlichung eines gesellschaftlichen Ideals verbunden, die über die Darstellung eines naturnahen, idyllischen Lebens von maßvollen, enthierarchisierten Zuständen in harmonischen Mensch-Natur-Verbindungen spricht. Doch ist die Landschaft als Symbol auch doppeldeutig: Mit ihr ist nicht nur das Bild eines eskapistischen und romantischen Rückzugs vor der Komplexität des Alltages verbunden, der historisch mitunter auch gesellschaftskritische Dimensionen annehmen kann, sondern auch ein planerisches Ideal im Sinne öko-politisch utopischen Denkens. In diesem Spannungsverhältnis des Landschaftsbegriffes verorten sich die Arbeiten Andreas Werners: Sie sind auf den ersten Blick landschaftliche, zumeist menschenleere Idyllen, die von einer Fiktion unangetasteter Natur in vorindustriellen Zeiten sprechen und auf Landschaftsausschnitte von Bergen, Meeren und Seen blicken lassen, in ihrer zumeist sehr künstlichen, science-fictionhaften Farbigkeit beschwören sie allerdings Zukünftiges herauf und entlarven ihre eigene Konstruiertheit.
In der Ambivalenz von Strenge der Ornamentik, der grafischen geometrischen und auch klar umrissenen Formen und formaler Unbestimmtheit malerischer Aspekte werden von Werner Landschaftsbilder geschaffen, die in ihrem Ausdruck gespenstischer Stille den Landschaftsgemälden der Romantik nahe kommen. Hier wie dort soll das Bild weniger als mimetische Darstellung eines realen Landschaftsausschnittes denn als konstruiertes Surrogat von Landschaft schlechthin den Betrachter und die Betrachterin emotional rühren und in wechselnde Stimmungen versetzen. Die Landschaft existiert folglich auch bei Andreas Werner in erster Linie als ästhetische Idee und utopische Vorstellung.
Anja Werkl

KURZBIOGRAPHIE
ANDREAS WERNER geboren 1984 in Merseburg an der Saale/GER | 2003–2005 Universität Wien, Theater-, Film- und Medienwissenschaften | 2004–2006 Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse für freie Grafik und Druckgrafik (Sigbert Schenk) | 2007–2012 Akademie der bildenden Künste Wien, Klasse für Grafik und druckgrafische Techniken (Gunter Damisch) Diplom

AUSSTELLUNGEN | SCREENINGS | AUSWAHL
2015 „Artguide III“, Elizabeth Arthotel, Ischgl/T | 2014 „eine Annäherung“, pinacoteca, Wien | „meine Blicke wend ich nimmer“, Massolit Gallery, Budapest | „cosmic anatomy“ , flat1, Wien | „auf Papier“, Galerie Gaudens Pedit, Lienz/T | 2013 „Inseln“, Galerie Kunstfabrik, Groß-Siegharts/NÖ | „Annual Show“, Custom House Galleries, Westport/IRL | „gesammelt“, Galerie im Traklhaus, Salzburg/S | „the keys to her place“, VBKÖ Wien | „paper boat“, Trapéz Gallery, Budapest | „some roads to somewhere“ Galerie Hilger Brotkunsthalle, Wien | 2012 „Future Echo –Art showcase Andreas Werner“, fluc, Wien | „warm-up“, Galerie Gaudens Pedit, Kitzbühel/T | „HomeStory“ Galerie Gaudens Pedit, Lienz/T | „Handelnde und leidende Helden – neodramatische Spielzunst“, Barockschlössl Mistelbach/NÖ | „vastness“ Diplomschau, x-hibit Akademie der bildenden Künste Wien | „Tempted To Doubt“, Heiligenkreuzerhof, Universität für angewandte Kunst Wien | „Graficon“, Selçuk University, Konya/TUR | „Lichenisierung“, mo.ë Wien | 2011 „BücherInnen, die“, Salon für Kunstbuch, Wien | „Wem die Stunde schlägt“, NÖ-DOK St. Pölten/NÖ | 2010 „Grafik ohne Grenzen“, Horst Jansen Museum, Oldenburg/GER | „International Print Triennial Vienna“, Künstlerhaus Wien | 2009 „Walter Koschatzky Kunstpreis 2009“, MUMOK Wien | „Anonyme Zeichner“, Kunstraum Kreuzberg, Berlin | 2006 „The Essence 06“, MAK Wien

KONTAKT
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Homepage: www.andreaswerner.org

 

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