Miriam Hamann | The ongoing Sequence

Miriam Hamann | The ongoing Sequence

  • Beginn: 12.5.2017
  • Ende: 8.6.2017
  • Eröffnung: Do, 11. Mai 2017, 19 Uhr
  • zur Eröffnung spricht: Barbara Pflanzner

Miriam Hamann | The ongoing Sequence

 


Miriam Hamanns künstlerische Praxis liegt in der Untersuchung immaterieller Materialien. In früheren Arbeiten beschäftigte sie sich etwa mit Klang oder Licht und deren Auswirkung auf die Erfahrung und Veränderung des sie umgebenden Raums. In der Ausstellung The ongoing Sequence befasst sich Hamann nun mit einer anderen Größe, die unsere Wahrnehmung maßgeblich bestimmt, nämlich der Zeit. In den präsentierten Arbeiten reflektiert sie verschiedene Modi der Zeitmessung und legt die Paradoxie eines als normativ geltenden Zeitbegriffs offen. In der Installation A matter of time nimmt Hamann Bezug auf die Erdrotation als Ursächlichkeit des Zeitverlaufs. Sie visualisiert das Fortschreiten der Zeit in Form einer Lichtschiene, die sich entlang eines zylindrischen Me- tallrahmens bewegt. Über den Verlauf der Zeit sind wir am ehesten in der Lage, Zeit zu erfassen. Die Lichtschiene rotiert aber entsprechend eines „galaktischen Jahres“ – der Zeitspanne, die das Sonnensystem braucht, um ihr Zentrum zu umrunden. Dies entspricht 225 Millionen Erdjahren, was eine Wahrnehmung ihrer Bewegung für das menschliche Auge gänzlich unmöglich macht. Dass das Prinzip der natürlichen Zeitbestimmung anhand des Sonnensystems durch die Präzision der Technik überholt wurde, macht eine Auswahl an Siebdrucken aus der Werkgruppe Not every minute contains 60 seconds deutlich. Die Serie zeigt die Anzahl der Sekunden eines gesamten Jahres im kleinstmöglichen Raster des Siebdruckverfahrens. Durch die immer exaktere technische Zeitmessung wurde deutlich, dass die Rotation der Erde nicht konstant und die Sonnen- und die Weltzeit asynchron verlaufen. Die sich daraus ergebende „überschüssige“ Zeit, die nach Bedarf durch eine so genannte Schaltsekunde mit der koordinierten Weltzeit wieder in Einklang gebracht wird, visualisiert Hamann als kaum erkennbaren Punkt auf einem eigenen Druckbogen. Der Widerspruch, der sich in der Vorstellung von Zeit als konstant linear verlaufende Größe und dem Ergebnis ihrer Messung ergibt, wird auch in der Skulptur 50 Hz thematisiert. Sie richtet sich nach jener Zeitmessung, die auf der Frequenz des elektrischen Wechselstroms beruht. Durch Frequenzschwankungen bedingte Abweichungen werden hier permanent mit der Atomzeit ver- und ausgeglichen. Am Stromnetz angeschlossen bringt ein Transducer die Arbeit, die sich in ihrer formalen Gestaltung an einen abstrahierten Uhrzeiger anlehnt, analog zur aktuellen Netzfrequenz in Schwingung. In all ihren Arbeiten in The ongoing Sequence hinterfragt Miriam Hamann die technisch gemessene, standardisierte Zeit als künstlich geschaffenen Rhythmus, der unsere Lebensrealität bestimmt und in Einheiten gliedert, und zeigt, dass ein scheinbar absoluter Zeitbegriff durchaus zur Diskussion gestellt werden kann. Barbara Pflanzner

 

KURZBIOGRAPHIE

geboren 1986 in Wels/OÖ / 2011–2017 TransArts, Universität für angewandte Kunst Wien / 2004–2010 Kunst und kommunikative Praxis, Universität für angewandte Kunst Wien

 

AUSSTELLUNGEN | AUSWAHL

2016 One minute of arc, Titanik Gallery, Turku/FIN / Lines of position, Viadukt, Wien / 0,5m3, bb15, Linz/OÖ / Marl Medienkunstpreis 2016, Marl/GER / MEM Experimental Arts International Festival, Bilbao/ESP / Distance from Horizon, Apartment Project, Berlin / New Skin for the Old Ceremony, Dzialdov, Berlin / Move Baby, Move!, Neuer Kunstverein Wuppertal, Wuppertal/GER / on site Hohenems. bock auf kunst, Kunstfestival Hohenems/V / 2015 Dimensions variable, GPLspaceIV, Wien / 40°Nord, 30°Süd, Die Raumteiler, Wien / No Walls, Friday Exit, Wien / Out of phase, mo.ë, Wien / random thoughts of a daily light, das weisse haus, Wien / 2014 Red Carpet Showroom presents Junge Kunst Parcours, Karlsplatz Passage, Wien / Sinopale, Sinop Biennale, TUR / Bewegte Räume, Burg Reichenstein/OÖ / 2013 Ohne Schritt, UBIKSpace, Wien / Paraflows.8 – Open Culture, das weisse haus, Wien

 

STIPENDIEN | PREISE | AUSWAHL

2016 LinzEXPORT, Stadt Linz/OÖ / 2015 Förderstipendium für Artist-In- Residence Programm, BKA und Land Oberösterreich / 2014 Startstipendium für bildende Kunst BMUKK

 

RESIDENCIES

2016 Viadukt Edition, Wien / Titanik Gallery, Turku/FIN / 2015 GlogauAIR Berlin

 

KONTAKT 

Website: http://miriamhamann.com  

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

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