BEGLEITPROGRAMM | GABRIELE ROTHEMANN. QUIRE

 

Do, 16.3.2017, 19 Uhr | Diskussionsabend QUIRE
Moderation: Daniela Hammer-Tugendhat
mit Verena Krieger, Ulrike Lienbacher, Andreas Popper, Gabriele Rothemann, Sebastian Schütze

Bei ihrer Ausstellung GABRIELE ROTHEMANN | QUIRE präsentiert die Künstlerin mit „Vierundzwanzig Vogelkäfige“ (2009) eine zentrale, das ganze MUSA füllende Rauminstallation und verbindet in dieser Arbeit eine neusachliche Ästhetik mit Aspekten der Minimal Art. Am 16.3. findet im MUSA ein Gesprächsabend statt, an dem hochkarätige Diskussions-TeilnehmerInnen die unterschiedlichen konzeptionellen Ebenen der Ausstellung besprechen werden.

Daniela Hammer-Tugendhat
*1946 in Caracas, Venezuela; Kunsthistorikerin, Studium in Bern und Wien. Dissertation 1975 über Hieronymus Bosch und die Bildtradition. Habilitation 1993 mit Studien der Geschlechterbeziehungen in der Kunst der frühen Neuzeit. Professorin der Universität für angewandte Kunst Wien und zahlreiche Lehraufträge. Publikationen zur Malerei der Frühen Neuzeit, gender studies, Text-Bildbeziehungen, Kunstgeschichte als Kulturwissenschaft. 2009 Österreichischer Gabriele-Possanner-Staatspreis als „Pionierin der feministischen Kunstgeschichte“. 2012 Ehrenring der Universität für angewandte Kunst Wien.

Verena Krieger
*1961 in Erlangen, D; deutsche Kunsthistorikerin und ehemalige Spitzenpolitikerin (Die Grünen). Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Bochum, Köln und Bielefeld. Studienaufenthalte in Perugia und Sankt Petersburg. 1987-1990 Mitglied des Deutschen Bundestages, Sprecherin im Bundesvorstand der Grünen. Habilitation an der Universität Stuttgart, 2008-20011 Univ.-Professorin für Kunstgeschichte und Leiterin der Abteilung Kunstgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 2011 Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Andreas Popper
Vogelzüchter; Inhaber des Wiener Zoogeschäfts Sauer, der ältesten Zoohandlung Österreichs (seit 1880 in Familienbesitz). 

Ulrike Lienbacher
*1963 in Oberndorf bei Salzburg, A; ehemalige Leistungssportlerin, Künstlerin und Irma-von-Troll-Borostyáni-Preisträgerin 2009; studierte am Mozarteum Bildhauerei und hat sich seit 1990 einen wichtigen Platz in der österreichischen Kunstgeschichte erarbeitet. Zu ihren Medien zählen Zeichnung, Fotografie, Objekt und Installation. Lienbacher untersucht in der Kunst das Abhängigkeitssystem von gesellschaftlichen Normen und Vorschriften. Ihr Untersuchungsgegenstand ist der menschliche Körper. Seit 1999 Einzelausstellungen u.a. im Rupertinum in Salzburg, der Galerie Krinzinger in Wien, in Linz, Graz und Innsbruck; international war sie zum Beispiel in Turin und bei Gruppenausstellungen in Manchester, Nordhorn oder Passau vertreten.

Gabriele Rothemann
*1960 in Offenbach am Main, D; lebt und arbeitet in Wien. Studierte in den 1980er Jahren Fotografie an der Kunsthochschule Kassel. Anschließend besuchte sie die Klasse für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (Fritz Schwegler). Zudem erhielt sie eine Vielzahl an Stipendien, wie zum Beispiel das DAAD-Jahresstipendium USA, das Peter-Mertes-Stipendium und für die Villa Massimo, Deutsche Akademie Rom. Seit 2001 ist sie Professorin für Fotografie an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Sebastian Schütze
*1961 in Düsseldorf, D; studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Alte Geschichte in Berlin, Bonn, Köln und Rom. 1989 Promotion an der Freien Universität Berlin. Von 1992 bis 1997 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) in Rom. 1997 Habilitation an der FU Berlin. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Leipzig, Münster und Dresden war Schütze von 2003 bis 2009 Professor für Neuere Kunstgeschichte an der Queen’s University (Kingston) Ontario, Kanada, seit 2009 ist er Universitätsprofessor für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Wien. 2013 wurde Schütze zum korrespondierenden Mitglied im Inland und 2016 zum wirklichen Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem bei der italienischen Kunst der Frühen Neuzeit und ihrer europäischen Ausstrahlung. 


 MU MUSA Quire tenpo della state

Do, 30.3.2017, 19 Uhr | QUIRE & Countertenor Solo | tenpo della state, 2017
Komposition: André Werner nach Sul volo degli uccelli (Über den Flug der Vögel) von Leonardo da Vinci
Countertenor: Kai Wessel

Im Rahmen der Ausstellung GABRIELE ROTHEMANN | QUIRE. Vierundzwanzig Vogelkäfige findet am Do, 30.3.2017, um 19 Uhr ein besonderer Abend im MUSA statt, bei dem die Komposition tenpo della state (2017) von André Werner nach Leonardo da Vincis Sul volo degli uccelli (Über den Flug der Vögel) von dem Countertenor Kai Wessel im Dialog mit den 24 Vogelstimmen in der Ausstellung uraufgeführt wird. Die Regieanweisung "Schnee aus den Bergen Sommers zum Fest über Marktplätzen fallen zu lassen" aus dem Kodex da Vincis, welcher derzeit zum ersten Mal in den Kapitolinischen Museen in Rom präsentiert wird, diente André Werner als Inspiration für den Titel seines eigens für die Ausstellung komponierten Stücks. 

GR Countertenor 72dpi

 © Kapitolinische Museen in Rom

 

KaiWessel Porträt1

Als „Berückend rein“ beschreibt der Rezensent der Opernwelt Kai Wessels Countertenor-Stimme, „… erotischer Impetus …“ (Norddeutscher Rundfunk), ein „… hohes Maß an Körperlichkeit …“ (Opernglas) oder schlicht als „… phänomenal …“ (FAZ) – die Musikkritiker sind regelmäßig begeistert von dieser Stimme. Der Countertenor Kai Wessel gehört zu den führenden Vertretern seines Fachs, eingeladen von Orchestern und Dirigenten in aller Welt (u.a. von Ph. Herreweghe, N. Harnoncourt, G. Leonhardt, J. Savall, T. Koopman, W. Christie, N. McGegan, R. Goebel, M. Suzuki, M. Haselböck, H. Max, M. Corboz, H.-W. Henze, K. Nagano, S. Cambreling, A. Tamayo, H. Holliger, P. Rundel), dokumentiert durch Rundfunk-, Fernseh- und über 90 CD-Aufnahmen. Von Anbeginn an mit breitem musikalischem Interesse und vielseitigen Begabungen ausgestattet, studierte Wessel Musiktheorie (Prof. R. Ploeger), Komposition (Prof. Dr. F. Döhl) und Gesang (Prof. Ute von Garczynski), später auch barocke Aufführungspraxis in Basel bei René Jacobs, dessen Assistent er bei Bearbeitungen mehrerer Opern war. Operngastspiele führten ihn u.a. nach Barcelona, Madrid, Hannover, Stuttgart, München, Berlin, Dresden, Karlsruhe, Halle, Göttingen, Wien, Salzburg, Amsterdam und Basel. Neben Partien des barocken Repertoires sang er auch in Opern-Uraufführungen von Klaus Huber, Isabel Mundry, Salvatore Sciarrino, Georg Friedrich Haas, Jörg Widmann u.a. unter der Leitung von Dirigenten wie N. Harnoncourt, Ph. Herreweghe, T. Koopman, G. Leonhard, J. Savall, W. Christie, R. Goebel, N. McGegan, M. Suzuki, M. Haselböck, H. Max, M. Corboz, H.W. Henze, K. Nagano, S. Cambreling, A. Tamayo, H. Holliger, P. Rundel u.v.m. Für Kai Wessel wurden Werke geschrieben von A. Schlünz, R. Saunders, K. Obermüller, M. Kagel, H. Holliger, K. Huber, M. Pintscher, S. Gervasoni, Ch. Czernowin u.a. Kai Wessel ist Professor für Gesang und Historische Aufführungspraxis an der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie, seit September 2014, Dozent für Gesang mit Schwerpunkt zeitgenössische Vokalliteratur an der Hochschule der Künste Bern. In vielen weltweiten Meisterkursen ist er jungen Sängern und Instrumentalisten eine Quelle der Inspiration. www.kaiwessel.com 

© Kai Wessel, 2017

 

  

Mit freundlicher Unterstützung der Universität für angewandte Kunst Wien

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