Termine:

Mi, 8.11.2017 – 14 Uhr

Do, 9.11.2017 – 12 Uhr

Sa, 11.11.2017 – 14 Uhr

Mi, 15.11.2017 – 18 Uhr

Do, 16.11.2017 – 18 Uhr

 

Anne Glassner gewährt mit ihrem Konzept „dream on demand“ Einblicke in einen thematischen Schwerpunkt ihres künstlerischen Œuvres. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Sujet des Schlafes durch performative, fotografische wie installative Formensprachen führten sie zur Erforschung des sogenannten luziden Traumes. Mit der bewusstseinstheoretischen Begrifflichkeit des luziden Träumens ist im Wesentlichen eine mehrstufige Methodik gemeint, die die träumende Person in die Lage versetzt, den passiven Zustand der Ausgeliefertheit in der Traumrealität zu überwinden. Schlüsselmoment dabei ist die zu erlangende Erkenntnis, dass man sich als Träumende/r im Illusionsraum des eigenen Unbewussten befindet. Sobald sich diese Bewusstwerdung vollzogen hat, kann die träumende Person nicht bloß die Resultate der eigenen Weltproduktion beobachten, sondern sogar Einfluss auf die Manifestationsprozesse des Gegebenen nehmen. Dies erfordert allerdings den scharfen Blick auf das eigene Selbst. Anne Glassner führte in ihrer künstlerischen Praxis einen mehrphasigen Selbstversuch durch, um diesem kaum zugänglichen Phänomen beizukommen und ließ die gewahr gewordenen Manifestationskräfte des Traumes mit denen des kreativen Wachlebens kulminieren. Der Ausstellungsraum wurde dabei als jene unverrückbare, transzendentalästhetische Konstante herangezogen, um im Modell die Grammatik und das Vokabular des Unbewussten zu visualisieren. Die beim luziden Träumen erkannten Bedeutungsverschiebungen fanden ihren metaphorischen Ausdruck unter anderem in fotografischen Inszenierungen des Raummodells „Musa“. Hier spielte die Künstlerin mit den Manipulationsmöglichkeiten der Gegenstandsrelationen in Bezug auf das zuerst erleidende, dann beobachtende und schließlich einflussnehmende, sich selbst erkennende und reflektierende Subjekt. Anne Glassner kartografiert mit der Arbeit „dream on demand“ eine Terra incognita, auf der der Traum nicht zu einem Nebeneffekt der physiologischen Regenerationsmechanismen im Gehirn hypotrophiert. Sie entlarvt denselben als zwar enigmatischen, jedoch lehrreichen, aber von den meisten wohl noch nie bewusst betretenen Erkenntnisraum des Selbst. Laura Steiner

 

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