Medienkunst-Preis der Stadt Wien 2016
MUSA-Preis für junge Kunst 2016

Dienstag, 6. Dezember 2016, 19.00 | im MUSA

 

Zum dritten Mal werden heuer der Medienkunst-Preis der Stadt Wien sowie der MUSA-Preis für junge Kunst im Rahmen einer Feier im MUSA Museum Startgalerie Artothek an die PreisträgerInnen vergeben.

Beide Preise wurden 2014 ins Leben gerufen, sind mit je 5.000 EUR dotiert und werden durch einen unabhängigen Fachbeirat ermittelt.

Moderation | Anna Soucek
LaudatorInnen | Lucas Gehrmann, Günther Holler-Schuster
Sound | Peter Szely
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Medienkunst-Preis der Stadt Wien 2016

Susanne Schuda Selbstportraet 800

Den Medienkunst-Preis der Stadt Wien 2016 erhält die Künstlerin SUSANNE SCHUDA. In ihren Videos, Texten, digitalen Collagen, interaktiven Installationen und Performances legt Susanne Schuda einen inhaltlichen Schwerpunkt auf psychologische Dynamiken, die Konstruktion von Realität sowie die Verortung des Individuums in sozialen Kontexten.

Medienkunst ist ein spannendes, avantgardistisches Genre, das auf oftmals überraschende Weise die Umbrüche unserer aktuellen, medialen Gesellschaft reflektiert. Die künstlerischinnovative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der neuen Medien steht dabei im Mittelpunkt und wirft in diesem weiten Feld regelmäßig gesellschaftsrelevante Fragen auf.

Daher würdigt dieser Preis herausragende audiovisuelle KünstlerInnen für ihr Gesamtwerk, die sich explizit der neuen Medien bedienen oder sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen. Der Medienkunst-Preis der Stadt Wien versteht sich als konkrete Maßnahme zur Sichtbarmachung und Förderung dieser Kunstgattung.
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KURZBIOGRAFIE | SUSANNE SCHUDA
Geboren 1970 in Wien | Studium der Visuellen Mediengestaltung, Universität für Angewandte Kunst, Wien

EINZELAUSSTELLUNGEN | AUSWAHL
2015 Die internationale Partei der Sensiblen, Galerie Gilla Lörcher, Berlin | Ist jetzt Krieg? Installation und Filmvorführung von Das ist die Wahrheit des Krieges, er muss sich im menschlichen Körper integrieren, vierte Welt, Berlin | 2014 der gesch(l)ützte Raum, Schauraum, Electric Avenue, MQ, Wien | 2012 selfabsorption at the fringe of your hole, T-KLang- Gallery, Webster University, Vienna | 2009 die Zelle ist ewig und sinnfrei, Studio der Neuen Galerie Graz | The Poet. I don’t want to set the world on fire. Duo-Show mit F. Schmeiser, Medianoche-Gallery, New York | Video des Monats, Ursula Blickle Archiv, Kunsthalle Wien | 2008 der Poet, inpassing, Passagegalerie, Künstlerhaus, Wien | 2007 die schudas reloaded, Galerie Dana Charkasi, Wien | 2005 die schudas, Galerie Dana Charkasi, Wien

GRUPPENAUSSTELLUNGEN | AUSWAHL
2016 Look at me! I am made for you! Projektraum LS43, Berlin | 2015 RE_MANU_FACT, Digitalia 2015, Szeszin, Polen | Mature and Angry, Contemporary Center of Art, Plovdiv, Bulgarien | Berlin Art Prize 2015, Gruppenausstellung der Nominierten, District Berlin | 2014 EVA, Experimental Video Art Exhibition, BACC, Cultural Center, Bangkok | 2013 Four For Edition Fever, Künstlerhaus Graz | medien.kunst.sammeln, Perspektiven einer Sammlung, Kunsthaus Graz | 2010 Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen, Medienturm Graz, Steirischer Herbst | 2010 Mash Up And More, EMAF, Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück | 2010 New Media, Sex and Culture in the 21st Century, Museum of New Art, Detroit | 2010 Horizons 1000, Plateaus Gallery, Chengdu, China | 2009 Open Studios, Red Gate Residency Exhibition, Beijing, China | Rewind/Fast Forward, Neue Galerie, Graz | 2008 Another Tomorrow: Young Video Art from the Collection Neue Galerie Graz, Sloughtfoundation, Philiadelphia | paraflows, MAK-Gegenwartskunstdepot Gefechtsturm Arenbergpark, Wien | Zeigt her eure Körper, zeigt her eure Seelen, Lothringer Laden, München | 2007 Fear, Installation im öffentlichen Raum von Second Life, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | use, Galerie link, Edinborough | 2005 aus dem Wachkoma, Kunstpanorama, Luzern | 2004 televisuelles leben, Salzburger Kunstverein | 2001 shopping, Generali Foundation, Wien

PERFORMANCE | EXPERIMENTELLES TV | RADIO | AUSWAHL
2015 The International Party Of The Sensitive, Performance-Lecture mit Projektion Animationsvideos, CCA-Andratx, Asbaek Stiftung, Mallorca, Spanien | 2015 Sensible Angelegenheiten, Rede als Parteivorsitzende der internationalen Partei der Sensiblen, im Rahmen der Einzelausstellung in der Galerie Gilla Lörcher, Berlin | Das ist die Wahrheit des Krieges, er muss sich im menschlichen Körper integrieren, artifizielle Talkshow, im Rahmen von Artist in Residence, ORF III | 2014 Ricarda Denzer calls Susanne Schuda, Performance, VBKÖ, Wien | 2013 Kosmopoliten am Ende des Erdölzeitalters, Performance, Sound: Peter Szely, im Rahmen der Ausstellung medien.kunst.sammeln, Kunsthaus Graz

Foto: © Susanne Schuda, Selbstporträt, Ich-Grenze, 2012

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MUSA-Preis für junge Kunst 2016 | ANDREAS WERNER

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Seit 2014 wird jährlich der MUSA-Preis für junge Kunst verliehen. Von der Kulturabteilung der Stadt Wien (Referat Bildende Kunst) gestiftet, durch einen unabhängigen Fachbeirat ermittelt und mit 5.000 EUR dotiert, wird er an junge bildende KünstlerInnen vergeben, die im Vorjahr eine besonders gelungene Ausstellung in der Startgalerie des MUSA präsentiert haben.

Diese Auszeichnung wird heuer dem Künstler ANDREAS WERNER verliehen. Seine Arbeiten kreisen in einer zeitgemäßen Auseinandersetzung um das traditionsreiche Thema der Landschaft. Dabei changiert Werner mit ästhetischer Leichtigkeit zwischen Abstraktion und Figuration sowie zwischen menschenleerer Idylle und fiktionaler Utopie.

Somewhere over the rainbow
Die Landschaft als Motiv in der bildenden Kunst hat eine lange Tradition. Seit der Antike und bis heute spielt sie nicht nur im Westen, sondern auch in Teilen Ostasiens eine gewichtige Rolle. Durchwegs scheint mit ihr die Verbildlichung eines gesellschaftlichen Ideals verbunden, die über die Darstellung eines naturnahen, idyllischen Lebens von maßvollen, enthierarchisierten Zuständen in harmonischen Mensch-Natur-Verbindungen spricht. Doch ist die Landschaft als Symbol auch doppeldeutig: Mit ihr ist nicht nur das Bild eines eskapistischen und romantischen Rückzugs vor der Komplexität des Alltages verbunden, der historisch mitunter auch gesellschaftskritische Dimensionen annehmen kann, sondern auch ein planerisches Ideal im Sinne öko-politisch utopischen Denkens. In diesem Spannungsverhältnis des Landschaftsbegriffes verorten sich die Arbeiten Andreas Werners: Sie sind auf den ersten Blick landschaftliche, zumeist menschenleere Idyllen, die von einer Fiktion unangetasteter Natur in vorindustriellen Zeiten sprechen und auf Landschaftsausschnitte von Bergen, Meeren und Seen blicken lassen, in ihrer zumeist sehr künstlichen, science-fictionhaften Farbigkeit beschwören sie allerdings Zukünftiges herauf und entlarven ihre eigene Konstruiertheit. In der Ambivalenz von Strenge der Ornamentik, der grafischen geometrischen und auch klar umrissenen Formen und formaler Unbestimmtheit malerischer Aspekte werden von Werner Landschaftsbilder geschaffen, die in ihrem Ausdruck gespenstischer Stille den Landschaftsgemälden der Romantik nahe kommen. Hier wie dort soll das Bild weniger als mimetische Darstellung eines realen Landschaftsausschnittes denn als konstruiertes Surrogat von Landschaft schlechthin den Betrachter und die Betrachterin emotional rühren und in wechselnde Stimmungen versetzen. Die Landschaft existiert folglich auch bei Andreas Werner in erster Linie als ästhetische Idee und utopische Vorstellung.
(Anja Werkl über Andreas Werners Ausstellung „Somewhere over the rainbow“ in der Startgalerie im MUSA 2015)
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KURZBIOGRAFIE | ANDREAS WERNER
geboren 1984 in Merseburg an der Saale/GER | 2003–2005 Universität Wien, Theater-, Film- und Medienwissenschaften | 2004–2006 Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse für freie Grafik und Druckgrafik (Sigbert Schenk) | 2007–2012 Akademie der bildenden Künste Wien, Klasse für Grafik und druckgrafische Techniken (Gunter Damisch), Diplom

AUSSTELLUNGEN | SCREENINGS | AUSWAHL
2016 | AIR 2015, Krinzinger Projekte Wien | you will lead them up and down, Galerie Schloss Parz, Grieskirchen | Next Generation, Galerie Gaudens Pedit, Kitzbühel | 2015 Artguide III, Elizabeth Arthotel, Ischgl/T | 2014 eine Annäherung, pinacoteca, Wien | meine Blicke wend ich nimmer, Massolit Gallery, Budapest | cosmic anatomy, flat1, Wien | auf Papier, Galerie Gaudens Pedit, Lienz/T | 2013 Inseln, Galerie Kunstfabrik, Groß-Siegharts/NÖ | Annual Show, Custom House Galleries, Westport/IRL | gesammelt, Galerie im Traklhaus, Salzburg/S | the keys to her place, VBKÖ Wien | paper boat, Trapéz Gallery, Budapest | some roads to somewhere, Galerie Hilger Brotkunsthalle, Wien | 2012 Future Echo–Art showcase Andreas Werner, fluc, Wien | warm-up, Galerie Gaudens Pedit, Kitzbühel/T | HomeStory, Galerie Gaudens Pedit, Lienz/T | Handelnde und leidende Heldenneodramatische Spielzunst, Barockschlössl Mistelbach/NÖ | vastness, Diplomschau, x-hibit Akademie der bildenden Künste Wien | Tempted To Doubt, Heiligenkreuzerhof, Universität für angewandte Kunst Wien | Graficon, Selçuk University, Konya/TUR | Lichenisierung, mo.ë Wien | 2011 BücherInnen, die, Salon für Kunstbuch, Wien | Wem die Stunde schlägt, NÖ-DOK St. Pölten/NÖ | 2010 Grafik ohne Grenzen, Horst Jansen Museum, Oldenburg/GER | International Print Triennial Vienna, Künstlerhaus Wien | 2009 Walter Koschatzky Kunstpreis 2009, MUMOK Wien | Anonyme Zeichner, Kunstraum Kreuzberg, Berlin | 2006 The Essence 06, MAK Wien

Über die Startgalerie:
Um KünstlerInnen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, die gebührende Öffentlichkeit zu ermöglichen, wurde 1987 die Startgalerie der Stadt Wien ins Leben gerufen. Diese fungiert als Fördergalerie für junge Kunstschaffende, die sich hier in Form einer Personale präsentieren und für ihre weitere Laufbahn wichtige Ausstellungserfahrungen sammeln können sowie in Folge in Wien verstärkt wahrgenommen werden. 

Foto: © Jennifer Posny & Kamilla Stanley, 2016

Weitere Informationen zur Ausstellung in der STARTGALERIE finden Sie hier.